Deutschland in 3D

Eine Hörinstallation 

Festival FUTUR 25, Radialsystem V, Berlin 2015

 

 

 

Eine mehrdimensionale Installation mit vier Radioproduktionen aus den vergangenen zwanzig Jahren lädt dazu ein, Entwicklungen, Sichtweisen und Geschichten hier Lebender zu lauschen. Deutschland in 3D steht für die Kreuzung und Konfrontation verschiedener Perspektiven, die oftmals unabhängig voneinander erlebt werden. Diese Mehrdimensionalität schafft Raum, bestehende „Ihr“- und „Wir“- Konstruktionen, sowie Forderungen nach eindimensionaler kultureller Integration oder Assimilation kritisch zu überdenken. Die Reise in die ungeahnten Welten des anachron-diachron-synchronen Hörens soll dazu anregen, kulturelle Begegnungen und Transformationen dialogisch und prozessual zu denken. Deutschland in 3D ist eine Reise in ein Land, das morgen nicht mehr so sein wird, wie es gestern noch schien. 

Während des Festivals FUTUR 25 ist die Installation durchgehend geöffnet. Zur inhaltlichen Vertiefung gibt es zwei Gespräche mit geladenen Gästen. 

www.bpb.de

 

 

Konzeption und Kuration: Moritz von Rappard

Konzeptionelle Mitarbeit: Sonja Anne Lang

Bau: Norbert Stück

Ton: Daniel Dorsch

Grafik: Philipp Striegler

 

 

 

 

Christian Boltanski, Jean Kalman

The Day after

Rauminstallation im Rahmen der Ausstellung

Wagner 2013 - Künstlerpositionen

Akademie der Künste, Berlin 2012 / 2013

Einrichtung

 

 

 

Im Sommer 1999 haben sich Christian Boltanski, Ilya Kabakov und Jean Kalman im Auftrag des Festivals „Theater der Welt“ in den Beelitzer Heilstätten mit Richard Wagners Ring auseinandergesetzt. „Der Ring. Fünfter Tag. Der Tag danach“ war ein Abgesang auf die Utopien des 20. Jahrhunderts. Für die Ausstellung in der Akademie haben Christian Boltanski und Jean Kalman eine Arbeit entwickelt, die an ihre Auseinandersetzung mit Wagner in Beelitz anknüpft und zugleich auch als neue, eigenständige Arbeit verstanden werden kann: „The Day after“.

www.adk.de

 

 

 

Hörgang Bautzen II

Zwei Zellen

Gedenkstätte Bautzen, 2011

Konzeption und Realisation mit Thomas Ritschel

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hörgang Bautzen II ist ein akustisches Erlebnis, das den Besuchern einen Eindruck davon vermittelt, was Isolation und Überwachung in der berüchtigten Stasi-Sonderhaftanstalt Bautzen II bedeutet haben. Sowohl für die Häftlinge, als auch für das Wachpersonal war das Hören von besonderer Bedeutung: Stets versuchten die einen zu hören, was die anderen taten. Während es den Gefangenen immer wieder darum ging, sich über das Hören zu orientieren und damit den eigenen Rhythmus zu behalten, überprüften die Wächter jedes Geräusch, das aus den Zellen drang, auf seinen vermeintlichen Nachrichtengehalt. 

"Zwei Zellen" bilden den ersten Teilabschnitt des "Hörgang Bautzen II": In zwei ehemaligen Hafträumen sind zwei gänzlich unterschiedliche Hörstücke zu hören. In einer Zelle wird die Situation des Häftlings mithilfe von Textfragmenten abgebildet, in der anderen ist eine elektronische Klangkomposition von Frank Bretschneider zu hören, welche die emotionale Dimension der Situation betont. Beide Ebenen machen auf ganz unterschiedliche Weise deutlich, wie sich der Alltag der Haftanstalt auf das Innenleben des Häftlings auswirkt.

Ein Projekt der Gedenkstätte Bautzen in Kooperation mit Deutschlandradio Kultur.  

www.stsg.de

 

 

 

Kleist: Krise und Experiment

Stadtmuseum Berlin I Ephraim-Palais, Berlin 2011

Kleist-Museum, Frankfurt (Oder) 2011

Co-Kuration Rahmenprogramm

 

 

 

Kleist war an der Jahrhundertwende 1800 ein Krisenspezialist, der Deutschland als einen bewegungsarmen Wartesaal empfand und seine Zeitgenossen mit futurischen Experimenten nicht nur in der Literatur, sondern in allen gesellschaftlichen Bereichen wachzurütteln versuchte, mit Ideen zur Militär- und Finanzreform des preußischen Staates, mit der Erfindung einer "Lasterschule" nach dem Programm einer "gegensätzischen" Pädagogik, mit dem Entwurf eines U-Boots oder einer "Bombenpost" oder der Installierung einer hauptstädtischen Boulevardzeitung zur Camouflierung operativen politischen Handelns.

Kleists 200. Todestag am 21.11. 2011 wird zum Anlass, den Zusammenhang von Krise, Kritik und Reformideen im Vergleich der Jahrhundertwenden 1800 und 2000 zu diskutieren. Im Zentrum dieser Auseinandersetzung steht die Doppel-Ausstellung "Kleist: Krise und Experiment", die zeitgleich im Berliner Ephraim-Palais und im Kleist-Museum Frankfurt/Oder zu sehen ist. Ein Rahmenprogramm ergänzt die Themenräume der Ausstellung mit wissenschaftlichen und künstlerischen Beiträgen und führt zu lebhaften Diskussionen zwischen den Zeiten.

www.heinrich-von-kleist.org

 

 

 

EMBEDDED ART

Kunst im Namen der Sicherheit

Akademie der Künste, Berlin 2009

Co-Kuration

 

 

 

 

 

EMBEDDED ART beschäftigt sich mit den Bedrohungen eines freien öffentlichen Lebens nach den Anschlägen von 9/11, Madrid, Moskau und London. Fragen der Sicherheit haben den Alltag von Millionen von Menschen im 21. Jahrhundert verändert. Seit der Terror die sicher geglaubten Metropolen der USA und Europas erreichte, hat sich der staatliche Zugriff auf den Bürger ausgeweitet. Im Dienst einer allumfassenden Gewährleistung körperlicher, politischer und staatlicher Unversehrtheit ist Sicherheit zu einer neuen Ideologie, zum "Mantra" der zivilen Gesellschaft geworden.

EMBEDDED ART ist das Arbeitsprinzip, "Kunst im Namen der Sicherheit" das Thema der Ausstellung, die sich als künstlerischer Kommentar zu einer der Kernfragen globaler Entwicklung versteht.

www.embeddedart.de 

 

 

 

Stadt Theater: Spielzeit 2000

Fünf Vorstellungen von Theater

Theater am Halleschen Ufer, Berlin 2000 

Konzeption und Produktion

 

 

 

Stadt Theater als Gedankengebäude, ein Wolkenkuckucksheim für Vorstellungen: Naturschauspiel, fünfmonatige Echtzeitoper und Maulwurfballett erobern dem Theater neue Dimensionen, bedienen sich aller denkbaren Ressourcen und stürmen durch das Vorstellungsvermögen des Publikums. Im mentalen Kurzschluß sucht Stadt Theater den medialen Abrieb zu minimieren: Aufführungen finden nicht statt. Den Kern des Unternehmens bildet vielmehr ein Programmheft, das in die einzelnen Gedankenspiele einführt. Aufkleber an der Abendkasse und eine Matinee pro Produktion ergänzen das Angebot.

 

 

 

"Der Ring, Fünfter Tag - Der Tag danach"

Leitung: Christian Boltanski, Ilya Kabakov, Jean Kalman

Beelitz Heilstätten, Theater der Welt, Berlin 1999

Projektleitung

 

 

 

Beelitz Heilstätten galt früher als die bedeutendste Lungenheilstätte Deutschlands und ist durch die langjährige Nutzung als sowjetisches Militärkrankenhaus zu einem Ort geworden, an dem Erinnerungen zum Leitmotiv werden: Drei Künstler von internationalem Rang haben ihre Gedanken zu Wagners vierteiligem Ring formuliert. Dieser "fünfte Tag" ist eine Vorstellung, die an ihr Ende gelangt zu sein scheint. Allein oder in Gruppen macht man sich auf den Weg durch die verlassenen Gebäude und den verwilderten Park.  

www.hebbel-am-ufer.de

 

 

 

Installation

Rauschraum

Studiobühne, Köln 1992

Gastspiel in Gießen

Konzeption und Produktion

 

 

 

 

 

 

Rauschraum stellt einen Alltagsgegenstand auf den Kopf: 180° Umkehrung - die Föne tun immer noch das, was man von ihnen erwartet. Mit zunehmender Energiezufuhr setzen sie sich in Bewegung und über ihren Funktionalismus hinweg. Gleichsam schwerelos ziehen sie ihre Kreise und führen in den fließenden Übergang zwischen den Gattungen. Ihr Klang ist Musik, ihre Bewegung ist Tanz, ihre Ordnung ist Installation und umgekehrt.

 

 

 

Installationsreihe

gegen stand theater

Studiobühne, Köln 1991

Co-Kuration und Produktion 

 

 

 

Was ist eigentlich passiert, wenn das Saallicht wieder angeht? Beim Zuschauer? Beim Schauspieler? Auf welchen Wegen trifft ein Theaterstück seine Betrachter? Sechs Rauminstallationen spielen mit Gedanken über Empfindung, Erinnerung, Bewegung, Zeit, Raum und Bewusstsein - und den Möglichkeiten, Abstraktes im Theater anschaulich zu machen.   

 

 

 

Installation

Friedrich Schiller "Die Roiber"

Studiobühne, Köln 1990

Konzeption und Produktion

 

 

 

 

Eine Ausstellung als Vorstellung: Text und Rollen des Klassikers sind gestrichen, der zeitliche Ablauf wird zur räumlichen Struktur. Die Treppe hinunter steigt der Besucher dem Dichter zwischen die Zeilen. Vom Theater bleibt allein die Bühne.    

 

 

 

 

 

 

 

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